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Gefäßschäden durchs Rauchen

Unsere Blutgefäße dienen dazu, Sauerstoff und Nährstoffe in ausreichendem Maß zu den Organen zu transportieren und Kohlendioxid und Stoffwechselabfallprodukte wieder abzutransportieren.

Leider gibt es eine ganze Menge Erkrankungen, die unsere Gefäße verengen und im schlimmsten Fall zu einem Gefäßverschluss führen können. Das sind vor allem: Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gerinnungsstörungen. Aber auch Giftstoffe können die gleiche Wirkung erzielen, vor allem der Tabakrauch.

Die Tabakpflanze ist ein Nachtschattengewächs, das vom amerikanischen Kontinent kommend auf der ganzen Welt Verbreitung gefunden hat. Die Blätter dieser Pflanze beinhalten als Hauptalkaloid Nikotin, aber auch mehr als 40 krebserregende Substanzen und 24 Metalle. Die massive biologische Aktivität kann alleine damit dokumentiert werden, dass Tabakbrühe für Pflanzenfreunde ein hochwirksames Schädlingsbekämpfungsmittel ist!

Nikotin ist also ein sehr starkes Gift: würde man Nikotin mit der Nahrung oder durch die Haut aufnehmen, wären bereits 0,05 Gramm bei einem Erwachsenen tödlich! (Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, Schweißausbrüche, Durchfälle, Herzklopfen, Blutdruckanstieg,...Tod).

Beim Rauchen wird Nikotin allerdings nur in geringer Menge aufgenommen und rasch wieder teilweise abgebaut, sodass der Raucher nicht an akuter Nikotinvergiftung stirbt.

Aber wie wirkt Tabakrauch mit seinem Hauptwirkstoff Nikotin auf unseren Körper?

  1. Über Ganglien des vegetativen Nervensystems bewirkt Nikotin die Ausschüttung von körpereigenem Adrenalin. Das ist ein gefäßverengendes und blutdrucksteigerndes Hormon.
  2. Es kommt durch den Rauch zu einer chronischen Kohlenmonoxidvergiftung. Dadurch wird ein Teil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin blockiert und fällt damit für den Sauerstofftransport aus. Denn Kohlenmonoxid bindet sich 300x  stärker an Hämoglobin als Sauerstoff! Dadurch wird das Blutgerinnungssystem aktiviert, d.h. das Blut wird dickflüssiger und kann unter gewissen Voraussetzungen (z.B. schon bestehende Arterienverkalkungen) die Blutgefäße vollkommen verstopfen.
  3. Durch Nikotin und Kohlenmonoxid kommt es zur Vermehrung der Muskelzellen der Gefäße und damit zu einer weiteren Verengung.
  4. Auch der Fettstoffwechsel verschlechtert sich durch die Rauchinhaltsstoffe. Dadurch wird die Arterienverkalkung beschleunigt.

Durch diese Gefäßverengungen, im schlimmsten Fall sogar Gefäßverschlüsse, kommt es nun zu einer Unterversorgung bzw. einem teilweisen Absterben des Gewebes, das von den Gefäßen mit Blut und Nährstoffen versorgt werden sollte.

Wie das vor sich geht, soll nun am Beispiel des "Raucherbeines" betrachtet werden:

Durch die zunehmenden Gefäßverengungen gelangt immer weniger Blut zu den Muskeln des Beines. Bei entsprechender Anstrengung (rasches Gehen,  bergauf gehen,..) kommt es zu Schmerzen und Krämpfen als Ausdruck des Sauerstoffmangels in der Muskulatur. Mit zunehmend schlechterer Blutversorgung der Muskulatur treten diese Beschwerden auch schon bei mittlerer bis leichter Anstrengung (langsames Gehen) auf, zum Schluss sogar schon in Ruhe. Die Blutversorgung reicht nun nicht mehr aus um die Muskulatur, die Haut und Sehnen,... zu ernähren und am Leben zu halten. Als nächstes stirbt dann das Gewebe stückweise unter starken Schmerzen ab: die Haut wird kalt und blass, später schwarz verfärbt und stirbt letztlich ganz ab. In weiterer Folge ist dann eine Amputation oft unausweichlich.  Ein Drittel aller Amputationen in Österreich sind eine Spätfolge des Rauchens.

Oft kann ein frühzeitiger Besuch beim Arzt noch das schlimmste verhindern. Nach Durchführung einer Gefäßdarstellung ( Angiographie) kann mittels einer Operation oder Aufdehnung der Gefäße manchmal eine Amputation verhindert werden.

Unser Gefäßsystem versorgt aber nicht nur unsere Beine, sondern sämtliche Organe. Sicher sind die Auswirkungen der Gefäßverengungen am Bein für den Laien am eindruckvollsten, sie finden aber in allen Teilen unserer Gefäße statt, wobei sie im Herz als Herzinfarkt und im Gehirn als Schlaganfall ablaufen und  für den Betroffenen noch viel dramatischer und für sein weiteres leben einschneidender verlaufen. Darüber werden sie in weiteren Kapiteln "zum Weltherztag" noch lesen können.

 
 
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